Schwarz-Rot-Gold bei der EM in Portugal würdig vertreten

23.05.2016 21:46
Es ist schon merkwürdig! Eine gefühlte halbe Ewigkeit fiebert man als Läufer auf Groß-Ereignisse hin, trainiert Monate lang, meist nach einem speziell auf dieses Event abgestimmten Plan, man ist permanent bemüht die anderen Termine, die das Leben so mit sich bringt, irgendwie mit dem Training in Einklang zu bringen, was alleine schon eine zeitaufwendige Aufgabe für sich ist, so dass die letzten Wochen vor dem Start, weitestgehend erfüllt sind und dann geht's plötzlich ganz schnell. Der Lauf steht an, man zieht ihn durch und am Tag danach, während man sich von der After-Run-Party erholt und versucht den Muskelkater zu ignorieren, hat man plötzlich unendlich viel Zeit. Wenn's gut lief, hat man ein Grinsen im Gesicht, ist stolz auf sich und glücklich, aber aufgrund der Tatsache, dass plötzliche weder Training noch Termin-Jonglage ansteht, macht sich auch eine gewisse Leere breit, die man dadurch zu überbrückt, dass man sich ein neues Ereignis sucht, damit das ganze Prozedere möglichst schnell wieder von vorne beginnen kann :-).
So war und ist es auch diesmal.
Gestern kam ich glücklich und damit zufrieden, mein persönliches Leistungs-Ziel erreicht zu haben, aus Portugal zurück. Die Europa-Meisterschaft über die 10km-Strecke auf der Straße waren eines der erwähnten Groß-Events und heute blättere ich schon wieder im Kalender nach dem nächsten. Das klingt jetzt alles irgendwie nach Sucht, ich weiß, und vielleicht ist das auch gar nicht ganz von der Hand zu weisen, aber solange es mir einen solchen Spaß bereitet, wie ich ihn habe, bin ich gerne süchtig :-).
 
Und Spaß hatte ich auch diesmal wieder reichlich. Wenn man mal von der katastrophalen Organisation vor Ort in Monte Gordo absieht, darüber konnte und musste man am Ende eigentlich nur noch lachen, war Portugal definitiv die Reise wert. Wo hat man schon die Chance sich nach Durchlaufen des Zielbogens direkt zum Abkühlen ins Meer zu stürzen? Die Algarve machte es möglich und die Feiern in den Pubs am Strand direkt nach dem Lauf sowie einen Tag später mit "alten" portugiesischen Freuden, die ich seit 12 Jahren nicht mehr gesehen hatte und die einen herrlichen feuchtfröhlichen Abend für mich vorbereiten hatten, waren einfach unvergesslich.
 
 
 
Zum Sportlichen:
Mein Ziel, das ich mir persönlich gesteckt hatte, war eine 35er-Zeit über die 10km-Strecke zu erreichen. Mit den 35:55 min. hab ich das gerade noch so geschafft, so dass ich voll zufrieden sein kann. Sicher, wenn ich ehrlich bin, hatte ich damit geliebäugelt, dass eine 35er-Zeit möglicherweise für eine Top-10-Platzierung reichen könnte, aber auf die Läufe und Leistungen der Konkurrenz habe ich ja logischerweise keinen Einfluß (zumindest dann nicht, wenn man auf den Einsatz von Ellenbogen und/oder die Blutgrätsche unterwegs verzichtet :-)), weshalb ich mich auch nur auf mich und meine Leistung konzentrieren kann. Es hat letztlich "nur" für einen 16. Rang gereicht, aber als ich gesehen habe, dass vor mir kein einziger Deutscher die Ziellinie überquert hatte, ich somit zum ersten mal bei einem internationalen Event der beste deutsche Starter war, war ich ebenso erstaunt wie stolz und somit gab es natürlich auch keinen Grund mit der verpassten Top-10-Platzierung zu hadern.
 
Aus diesem Grund ist die Überschrift des Artikels auch nicht ganz aus der Luft gegriffen :-) und die Zufriedenheit darüber sieht man mir, denke ich, hier durchaus ein bisschen an:
Vielen Dank nochmal an Alle, die Daumen gedrückt haben. Es hat offensichtlich geholfen :-). 
 

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